Flächennutzung optimieren, Neubaudruck mindern

Das Projekt sondiert und entwickelt Strategien, um den Bedarf an Neubauwohnungen zu mindern. Wenn es zum Beispiel gelingt, durch die optimierte Nutzung der verfügbaren Wohnflächen den Bau von etwa 100 Wohnungen zu vermeiden, ließe sich ein beträchtlicher Ressourceneinsatz für Bau und Betrieb der Immobilien vermeiden. Hinzu kommt der vermiedene Flächenverbrauch. Volkswirtschaftlich relevant sind die vermiedenen Neubaukosten von etwa 20 Millionen Euro.  Diese Mittel könnten theoretisch in Sanierung und Umbau fließen und dadurch den Wert der »Ressource Altbau« erhöhen.
Besonders relevant sind Einfamilienhäuser. Sie sind gerade bei jungen Familien sehr begehrt, was einen signifikanten Neubaudruck auslöst. Zugleich lassen Voruntersuchungen die Vermutung zu, dass sich ältere Paare, deren Kinder ausgezogen sind, einen verringerten Wohnraum vorstellen können. Beispielsweise sind sie an barrierefreien Wohnungen interessiert, weil die Treppen im Reihenhaus auf Dauer nicht zu bewältigen sind.


Drei integrierte städtische Anpassungsstrategien sollen im Zuge des Vorhabens quartiersspezifisch untersucht und erprobt werden

  • ChangeManagement
  • Umbau im Bestand zur optimierten Wohnflächennutzung
  • Umbau im Rahmen ChangeManagement
Strategien zur optimierten Wohnflächennutzung, um Neubauten zu vermeiden und damit den Ressourcen- und Flächenverbrauch im Wohnungsbau zu verringern
Strategien zur optimierten Wohnflächennutzung, um Neubauten zu vermeiden und damit den Ressourcen- und Flächenverbrauch im Wohnungsbau zu verringern

In den beteiligten Städten Göttingen, Köln und Tübingen werden Angebote geschaffen, die eine optimierte Nutzung von Wohnfläche unterstützen. Die Entwicklung, Implementierung und der Erfolg der Angebote werden wissenschaftlich unterstützt, begleitet und evaluiert. Dabei werden bereits bestehende Ansätze recherchiert und analysiert, die eine Minderung des wachsenden Wohnflächenbedarfs in Deutschland adressieren sowie weitergehende Maßnahmen entwickelt, die in der Praxis zur Anwendung kommen.

 

Arbeitsplanung
Das Projekt besteht aus zwei Arbeitspaketen, die inhaltlich aufeinander aufbauen, sich jedoch zeitlich überschneiden, da sie sich gegenseitig informieren. In AP 1 werden grundlegende Analysen und Erhebungen zur Ausgangssituation durchgeführt. Diese umfassen bestehende Wohnberatungsangebote (darunter das Modell "Wohnen für Hilfe" im Teilprojekt Oldenburg, mehr dazu auf dieser Seite), den Aufbau einer Datenbank von gut gebauten Beispielen – d.h. solchen, die mit einer unterdurchschnittlichen Wohnfläche pro Person auskommen, eine Zielgruppenanalyse und die Eruierung flankierender Instrumente wie auch die Ermittlung von Einsparungen (Fläche, Ressourcen, Kosten). In AP 2 werden diese Ergebnisse genutzt, um in den beteiligten Städten konkrete Angebote einer „Wohnraumagentur“ zu konzeptionieren und umzusetzen. Die Effekte werden in einer begleitenden Evaluation erhoben. Mehrere »Assoziierte Projektpartner« werden kontinuierlich eingebunden, um schon im Projektverlauf den Transfer der Erfahrungen in andere Städte zu ermöglichen (vgl. Interessenbekundungen im Anhang). Ein drittes Arbeitspaket umfasst Koordination und Öffentlichkeitsarbeit.